Brasilien nach den Wahlen. Ist der Rechtstrend in Lateinamerika gebrochen?
Dr. Thomas Fatheuer (FDCL Berlin)
Dienstag, 17. November, 19:15 Uhr
Saalbau Dornbusch – Anne-Frank-Saal, Eschersheimer Landstr. 248
Brasilien hat gewählt, und zur Überraschung vieler hat es Präsident Lula in einer bespiellosen Aufholjagd noch geschafft, in der Stichwahl den Sieg davon zu tragen. Die Unterstützung Trumps für Flávio Bolsonaro, der anstelle seines unter Hausarrest stehenden Vaters angetreten war, ist verpufft und hat eher das Gegenteil bewirkt – ähnlich wie das bei den Midterms in den USA der Fall war. Das Regieren wird jedoch für Lula in den nächsten vier Jahren noch schwieriger werden als in der ablaufenden Amtsperiode, denn das rechte Lager hat bei den Wahlen seine Machtstellung im Kongress und auf Ebene der Bundesstaaten deutlich ausbauen können. Welchen Handlungsspielraum hat er unter diesen Bedingungen überhaupt noch? Und wird es ihm gelingen, eine Perspektive für die Überwindung der Gräben in der brasilianischen Gesellschaft zu entwickeln?
Thomas Fatheuer ist promovierter Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter am Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL). Er hat fast 20 Jahre in Brasilien gelebt und gearbeitet. Von 2003 bis 2010 leitete er das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro.
Foto: Thomas Fatheuer


